
Mehr Menschen in den Einkaufsstraßen, positive Rückmeldungen aus dem Einzelhandel und neue Angebote in zentralen Lagen: Aktuelle Entwicklungen senden positive Signale aus der Osnabrücker Innenstadt. Die Passantenfrequenzen lagen im Sommer mehrfach über den Vergleichswerten der Vorjahre. Gleichzeitig zeigt die aktuelle „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ der CIMA Beratung + Management GmbH: Auch bundesweit zieht es die Menschen wieder häufiger in die Stadtzentren.
In Osnabrück wurden im Juni rund ein Prozent mehr Passantinnen und Passanten gezählt als im Vorjahresmonat, im Juli lag das Plus bei rund zwei Prozent. In der längerfristigen Betrachtung fällt insbesondere der Juli auf: Gegenüber 2024 stieg die Frequenz um rund sieben Prozent. Auch der August lag etwa 2,5 Prozent über dem Wert von 2024. Ein Vergleich mit August 2025 ist aufgrund des Tags der Niedersachsen und der damit verbundenen außergewöhnlich hohen Besucherzahlen nicht aussagekräftig.
Die Entwicklung passt zu einem bundesweiten Trend. Laut Deutschlandstudie ist der Anteil der Menschen, die ihre Innenstadt regelmäßig – mindestens einmal pro Woche – besuchen, gegenüber der Erhebung von 2024 um rund zwölf Prozentpunkte gestiegen. Auch die Bindung an die Stadtzentren wächst: 71,8 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig genauso häufig besuchen wie heute, weitere 11,4 Prozent sogar häufiger. Über alle Antworten hinweg wollen damit mehr als acht von zehn Menschen ihrer Innenstadt mindestens die Treue halten.
„Unsere Zahlen in Osnabrück passen zu einer Entwicklung, die wir offenbar auch bundesweit sehen: Die Menschen kommen wieder häufiger in die Innenstädte“, sagt Alexander Illenseer, Geschäftsführer der Marketing Osnabrück GmbH. „Das ist ein gutes Signal, aber kein Selbstläufer. Entscheidend ist, aus Frequenz auch Aufenthalt und lokale Wertschöpfung zu machen. Dafür müssen Handel, Gastronomie, Veranstaltungen und Aufenthaltsqualität zusammenspielen und immer wieder neue Gründe für einen Besuch schaffen.“
Wie der Standort aus Sicht des Einzelhandels wahrgenommen wird, erfragt die Marketing Osnabrück GmbH auch bei persönlichen Filialrundgängen. Dabei sucht die mO. gezielt das Gespräch mit Händlerinnen und Händlern, um Erfahrungen, Herausforderungen und Einschätzungen unmittelbar aus den Geschäften mitzunehmen.
Zwei der Rückmeldungen fallen besonders positiv aus: Tamaris zeigte sich im Gespräch sehr zufrieden mit dem Standort und bewertet die Osnabrücker Innenstadt als gut und hoch frequentiert. Auch bei Müller fällt die Einschätzung deutlich positiv aus. Die Osnabrücker Filiale wurde im Gespräch als einer der besten Standorte des Unternehmens bezeichnet – mit viel Kundschaft und entsprechend hoher Zufriedenheit.
„Für uns sind diese Gespräche besonders wertvoll, weil wir unmittelbar erfahren, wie die Unternehmen ihre Lage und die Entwicklung der Innenstadt wahrnehmen“, sagt Iris Pohl, Leiterin Citymanagement bei der Marketing Osnabrück GmbH. „Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um positive Rückmeldungen. Wir wollen genauso wissen, wo Herausforderungen liegen und was wir gemeinsam verbessern können. Umso erfreulicher ist es, wenn Unternehmen uns bestätigen, dass Osnabrück für sie ein starker Standort ist.“
Auch das Angebot in der Innenstadt entwickelt sich weiter. Mit dem Bahlsen Outlet im L&T-Quartier ist im Spätsommer eine bekannte Marke neu in die Osnabrücker City gekommen. Das Unternehmen bezeichnete das Umfeld bereits vor der Eröffnung als idealen Standort mitten in der Innenstadt. Mit dem Café Nyd kam ein weiteres gastronomisches Angebot in zentraler Lage hinzu.
Dass Handel weiterhin eine zentrale Rolle für lebendige Innenstädte spielt, bestätigt ebenfalls die Deutschlandstudie. Gleichzeitig gewinnen Gastronomie, Begegnung, Erlebnis und Aufenthaltsqualität an Bedeutung. Auch lokale Gutscheinsysteme können zusätzliche Besuchsanlässe schaffen: 68,5 Prozent der in der Studie befragten Nutzerinnen und Nutzer von City-Gutscheinen geben an, aufgrund der Gutscheinnutzung etwas oder deutlich häufiger in die Innenstadt zu kommen.
Damit liefert die Studie auch Rückenwind für den Osnabrücker Stadtgutschein „StattGeld“. Dieser kann bei zahlreichen teilnehmenden Geschäften, Gastronomiebetrieben und weiteren Akzeptanzstellen eingesetzt werden und verfolgt das Ziel, Kaufkraft vor Ort zu binden.
Für die Marketing Osnabrück GmbH sind die positiven Frequenzzahlen, die Rückmeldungen aus dem Handel und neue Angebote vor allem Ansporn, die Entwicklung weiter voranzutreiben. Dazu gehören der direkte Austausch mit den Unternehmen ebenso wie die Begleitung neuer Nutzungsideen, die temporäre Zwischennutzung von Leerständen mit dem Pop-up-Quartier „puq“ und Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität und Veranstaltungen, die zusätzliche Anlässe für einen Innenstadtbesuch schaffen.
„Innenstadt verändert sich – und das wird sie auch weiterhin tun“, so Illenseer. „Deshalb müssen wir Herausforderungen klar benennen und Lösungen entwickeln. Genauso wichtig ist aber, wahrzunehmen und zu kommunizieren, wenn etwas gut läuft. Denn auch das gehört zu einem realistischen Bild der Osnabrücker Innenstadt.“


